Ausbildung eines Pferdes- Teil 1 Fahrpferd
Ich möchte hier aus meine Erfahrungen berichten, wie man ein Pferd Einfahren und auch Einreiten kann. Natürlich gibt es da die unterschiedlichsten Methoden und Meinungen drüber, aber mit meinen Methoden, habe ich bisher immer Erfolg gehabt.
Das Einfahren:
Man sollte sich erstmal immer mit einem Pferd beschäftigen, sei es Putzen, Spazieren gehen um sich gegenseitig kennen zu lernen und das Vertrauen auf zu bauen.
Man fängt an mit Longenarbeit. Am besten hierfür geeignet ist die Doppellonge, und ein Longiertgurt. Erstmal nur mit Halfter und wenn es besser klappt, langsam an das Gebiss gewöhnen.
Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man wenn vorhanden einen Roundpen benutzen.
Nachdem man geschafft hat, das das Pferd vernünftig an der Longe läuft und sich schon mal auf die Stimme eingestellt hat und auch darauf Reagiert, sollte man anfangen ein Arbeitsgeschirr auf das Pferd zu legen und es damit wiederum führen, bis es sich an das Gewicht gewöhnt hat.
Nun ist der nächste Schritt, eine Leine, in dem Fall besser ein langes Seil,oder Doppellonge an die Trense und das Geschirr zu befästigen. Man fgängt langsam an sich hinter das Pferd zu stellen, natürlich nicht zu nah, es kann ja mal ausschlagen! Und Kommandos wie Vorwärts, Scheritt zu sagen und das Pferd einfach mal vorwärts gehen zu lassen und man geht einfach hinterher, als wenn es eine Kutsche zieht. Um mehr Gewicht dem Pferd zu geben, macht man sich etwas schwer, d.h. man legt sich etwas nach hinten und läßt sich ziehen. so merkt man ob das Pferd willig ist etwas zu ziehen.
Wenn man es daran gewöhnt hat wird es spannend. Denn jetzt ist ziehen angesagt.
Man fängt dabei an einen Reifen den man mit seilen an einem Schwengel verbindet, an einen Kette anzuhängen und die wird mit den Strängen vom Geschirr verbunden. Man hält den Reifen erst in die Luft und in dem moment wo das Pferd anzieht hält man gegen.
Jetzt wird es zeit eine zweite Hilfe dabei zu holen, denn die kann man jetzt gut brauchen.
Einer packt das Pferd am Kopf. Bitte Halfter unter die Trense zum anfassen. Der andere nimmt die Leine in die Hand. Das ganze sollte möglichst in einer Wiese oder auf einem Sandboden passieren.
So dann gibt der Hintermann das Kommando, Vorwärts, Scheritt und das Pferd fängt an zu ziehen. Ganz vorsichtig bitte anfangen. Ein Reifen ist nicht schwer und ist daher noch kein Gewicht für das Pferd. Es wird sich erstmal evtl. Erschrecken, aber sobald es die Geräusche kennt geht es ruhig vorwärts.
Wenn das alles gut geklappt hat, Pause machen.
Am nächsten Tag fängt man gleich wieder mit dem Reifen an. Klappt es gut, wird ein zweiter und ein später ein dritter Reifen angehängt. Um so mehr Gewicht umso mehr Zugkraft und es gewöhnt sich schnell daran etwas größeres zu ziehen.
Wenn das alles gut Klappt, geht man auf einem befestigten Weg, wie Straße, Ackerweg. Denn da sind die Geräusche lauter, so das es sich auch an die Straßenverhältnisse gewöhnt.
Nachdem es auch das gut gemeistert hat, kann man auch anfangen, das Pferd vor eine leichte Kutsche/Bockkarre zu spannen.
Wiederum sind zwei Personen gefragt.
Einer der vorn am Kopf bleibt und einer für auf und neben Kutsche.
Jetzt wird das Pferd richtig eingespannt.
Es muß jetzt lernen in die Schere Rückwärts zu gehen. Klappt das nicht sofort, zieht man die Kutsche vorsichtig ran und läßt das Pferd erstmal vorsichtig in der Schere stehen und bewegt die scheren vorsichtig rauf und runter. Es wird die erstenmale Zucken, aber das vergeht mit der Zeit. Immer wieder zieht man das Pferd aus der Schere und bringt es zurück in die Schere.
Klappt das gut, spannt man an. D.h. es wird das Geschirr an die Schere befestig, und die Stränge werden an den Schwengel befestig.
So jetzt ist viel Ruhe angesagt. Und wieder einen weichen Untergrund wie Wiese, sand nehmen!
Einer nimmt das Pferd am Kopf, aber locker bleiben.
Der andere steht am hinteren Teil des Pferdes, daneben und hat die Fahrleine in der Hand.
Vorsichtig zieht der Vordermann, der das Pferd am Kopf nimmt, das Pferd an. Das Pferd wird sich erstmal vor den Geräuschen erschrecken, das eine mehr das andere weniger, manche gar nicht.
Wenn das klappt, das es den Wagen gut vorwärts zieht, kann der jenige der die Fahrleine in der Hand hat, sich Vorsichtig auf die Kutsche setzen.
Der andere bleibt vorn in der Nähe vom Kopf des Pferdes, falls sich das Pferd dennoch erschreckt und er eingreifen kann.
Wenn das Pferd auf dem Untergrund SEHR GUT zieht, dann gehrt es erst auf die Straße, aber bitte nicht in den Hauptverkehr, das kommt später.
Auf der Straße bitte immer noch neben her gehen und immer mit Vorsichtig!
So, das ist meine Methode ein Pferd ein zufahren. Ich habe im übrigen, alle Pferde ohne Scheuklappen Eingefahren. Denn gerade mit Scheuklappen erschrecken sich Pferde erst recht.
Mein letztes Pferd was ich eingefahren hab, war ein Norweger. Unser Orlando. Mein Mann, der selber überhaupt kaum Ahnung von Pferden hat und selbst erst 3 Jahre im Sattel sitzt, hatte mir dabei geholfen. Er war der Kopf Mann! Auch mit einem Leien klappt das, wenn man mit Ruhe dabei geht und das Richtige Händchen hat. Für Orlando hatte ich einen Planwagen auf Western aufgemacht.
Ich wünsche allen viel Erfolg beim Einfahren!
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