Der Galopper
Aus meinen Erfahrungen mit den Galoppern, da ich Sie 8 Jahre trainiert und gepflegt habe, möchte ich hier kurz schildern, wozu sie heutzutage gezüchtet werden und wie sie so als Freizeitpferd genutzt werden können.
Englische Vollblüter auch bekannt unter dem Namen Galopper, werden heutzutage zum größten Teil für die Rennbahn gezüchtet.
Man Züchtet hier ein eher Frühreifes Pferd, was mit 1,5 bis 2 Jahren eingeritten werden kann und das mit 2 Jahren schon auf der Rennbahn startet und laufen bis zum Alter von 12. Aber nicht alle eignen sich schon als 2 Jährige unterm Sattel. Die werden dann nochmal auf die Wiese geschickt und später geritten. Aber auf der Rennbahn gibt es halt die Rennen der 2Jährigen.
Galopper werden auch auf Schnelligkeit, Härte und Ausdauer gezüchtet.
Laufen sie irgendwann nicht mehr, weil sie zu langsam geworden sind, Sehnenschaden haben... werden sie meist zum Schlachtpreis an den Metzger verkauft.
Mit viel Glück kann man sie auch für den privaten Gebrauch aufkaufen und das für ganz kleines Geld. Wer kein großen Wert aufs Geld legt und den Galopper schnell los werden will, weil die nächsten Galopper zum Training in den Stall geholt werden müssen, vor allem die Jungen, kann man sie sogar um sonst bekommen. Denn jeder Galopper, der nur im Stall herum steht, kostet Zeit und Geld. Und in einem Trainignsstall stehen die Galopper um Geld einzlaufen.
Nach der Rennbahn Karriere, kann man einen Galopper gut als Freizeitpferd umstellen, wenn sie auf der Rennbahn im Kopf klar geblieben sind und sie auch so noch topfit sind.
Es gibt manche Galopper die natürlich so lauffreudig sind, das man sie kaum im Zaum halten kann und die dann ganz schnell den Freizeitreiter ärger bereiten, indem sie nicht zu halten sind, unkontrollierbar sind, durchgehen...
Davon sollte man die Finger lassen. Denn mit denen kann man nicht mehr arbeiten, da sie das Alter erreicht haben, wo man sie nicht mehr ändern kann.
Diese Galopper landen meistens sofort wenn sie von der Bahn kommen beim Abdecker.
Andere wiederum, die klar geblieben sind, händelbar sind und einfach im Umgang, kann man sehr gut arbeiten. Sie sind eigentlich Lernwillige Pferde, dank ihres Charakters. Denn das ist typisch für den Vollblüter.
So kann man dem ehemaligen Galopper noch Dressur und Springen bei bringen und man wird sehen, sie machen es mit Freude.
Natürlich gehört ein Galopper nicht in Anfänger Hände, denn dafür sind sie zu Kernig und zu flink auf den Beinen.
Ein Galopper braucht eine gewisse Zeit, um den Alltagsstreß von der Rennbahn hinter sich zu lassen. Genauer gesagt kann das 1 Jahr und länger dauern, manche kommen gar nicht davon ab. Es liegt immer am Pferd selbst, wie es sich arbeiten läßt, vor allem wenn es lange Rennen gelaufen ist.
Hat man einen Galopper, der nur antrainiert wurde, hat man großes Glück, denn die sind noch für alles offen und man kann mit denen am besten arbeiten.
Galopper eignen sich besonders gut als Distanzpferde, Jagdpferde, Geländepferde und für Military werden sie auch sehr gerne genommen.
Ich habe neben dem Trainieren, selber Galopper zwischendurch gehabt und muß sagen, das sie im Gelände eine Lebensversicherung waren, andererseits sind sie sehr Lauffreudig und man eine Menge spaß mit ihnen haben kann, wenn man eine Hand für diese edlen Pferde hat. Denn sie sind sehr Sensibel, haben aber eigentlich einen tollen Charakter, sind durch ihre Rennbahn Karriere abgeklärt und Hart im nehmen.
Sie sind natürlich sehr schnell!
Ich habe eine Zeit lang, da kann ich mich noch ganz genau dran erinnern, den Rhedaer Forst ziemlich unsicher gemacht. Er hieß "Sargonos, aber er war nicht mein einzigster Galopper. Wenn ich mit ihm unterwegs war und er seine Lieblings Galoppstrecke lang hechtete, das die Leute alle dachten, das Pferd geht mit mir durch! So schnell war er! Aber für mich war das einfach Adrenalin pur und er hatte spaß! Und ich bekam ihn immer wieder zum halten, denn wir waren ein eingespieltes Team. Er wußte genau was ich von ihm wollte und anders herum auch.
Wenn das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd erst einmal aufgebaut wurde, hat man den besten Partner als Reitpferd, den man sich wünschen kann und man hat den Freund fürs Leben!
Zu guter letzt, wer den Galopper kennt, weiß, das der Reiter auf einem Galopper, quasi Jockey genannt wird. In Fachkreisen sagt man auch zu dem Reiter- Steher.
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