Die Angst vor dem Straßenverkehr

Es gibt Pferde, die sind von Grund an, da Sie vor der Kutsche gefahren werden, bereits Straßensicher, haben lange an einer befahrenen Straße ihre Koppel gehabt und sich so an die Alltagsgeräusche gewöhnt, oder man hat sie als Fohlen gleich an alles gewöhnt, aber es gibt trotzdem viele Pferde die Probleme mit dem Straßenverkehr haben!
Hier zeigt sich deutlich, dass das Pferd kaum mit Mobile in Kontakt gekommen ist, oder es hat mal schlechte Erfahrungen gemacht.

Um so ein Pferd Straßen- bzw. Autosicher zu bekommen, muss man mit kleinen Schritten anfangen.
Als erstes sollte man wenn vorhanden, ein zweites Pferd mit dazu nehmen und es an stehende Autos, Trecker oder was gerade in der Nähe ist vorbei führen. Immer wieder, aber am Anfang nicht zu viel. Es kann schon über ein paar Tage gehen.
Der zweite Schritt ist, man führt es mit einem zweiten sicheren Pferd zusammen an eine nicht so stark befahrene Straße lang. Entweder wenn vorhanden, auf dem Radweg, ansonsten auf dem Seitenstreifen.
Man wiederholt das Ganze, bis man meint, das Pferd gewöhnt sich langsam an die Geräusche. Wenn mal ein Auto von hinten kommt, nicht stehen bleiben, das ist verkehrt! Denn da bekommt das Pferd Langweile und es konzentriert sich auf das, was von hinten kommt und auf deren Geräusche.
Am besten ist, wenn das Pferd auf die von hinten kommenden Autos, noch nicht so gut klar kommt, das ein anderes, erfahreneres Pferd dahinter geht, was das Schlusslicht macht.
Es wird da auch einige Zeit dauern, bis das Pferd lernt, die Geräusche von hinten kommend auf zunehmen und sich an diese zu gewöhnen.

Der nächste Schritt, wenn diese alle gemeistert wurden und das Pferd sich an die Situationen langsam gewöhnt hat, ist, das Pferd Beritten an diese Wege zu gewöhnen.
Hierbei ist zu beachten, dass der Reiter viel Vertrauen hat und dem Pferd keine Angst gegenüber zeigen darf.
Wichtig ist auch, dass ein zweites, erfahrenes Pferd mit dabei ist. Denn das Beruhigt unwahrscheinlich und man kann davon ausgehen, dass die Ruhe des anderen Pferdes auf das unruhige Pferd übertragen wird.
Grundsätzlich geht das ruhigere Pferd immer zur Straßenseite, das andere ängstliche quasi immer rechts.
Hat es noch Probleme mit den Geräuschen, die von hinten kommen, kann ein weiteres Pferd, was den Straßenverkehr bereits kennt, das Schlusslicht machen. Merkt dann das Ängstliche Pferd, das es in Begleitung ruhiger Artgenossen ist, wird es sich auch an Straßenverhältnisse mit der Zeit gewöhnen.
Eine solche Aufgabe, das Pferd straßensicher und Auto-Motorrad-Lkw fest zu bekommen, kann eine lange Zeit dauern. Manche lernen halt schnell die anderen langsamer. Hat der Reiter den Willen, den Mut und ist dabei nicht ängstlich, wird er das Pferd gut daran gewöhnen können.

Tipps zum Schluss:
Es darf auf keinen Fall die Reitkappe fehlen.
Das Pferd möglichst mit einem zusätzlichen Martingal ausbinden.
Gelbe Plakette ans Pferd.
Das Pferd Haftpflicht Versichern, denn wenn es ausversehen mal ins Auto tritt... kann es teuer werden! Aber Hafltpflicht sollte ja eh vorhanden sein!
Niemals am Anfang alleine auf die Straße.
Immer ein ruhiges Pferd, das Straßen- und Autosicher ist, mitnehmen!
Sattel und Zaumzeug vorher prüfen.

Wichtig ist noch, viel die Stimme zu benutzen, Loben, Loben, Loben und Leckerli bei guter arbeit!