Hufrehe

Meiner Meinung nach, ist das eines der Wichtigsten Themen, wenn es um die Gesundheit der Hufe geht!

Wer kennt es nicht? Ich habe ein Pferd auf der Wiese stehen, Es frißt zu gern Gras, habe es Tag und Nacht da stehen. Doch plötzlich...
Was ist passiert? Mein Pferd lahmt, es steht so komisch da, die Beine nach vorn und nach hinten raus weggestreckt! Oh Gott, was ist passiert?
Wenn man jetzt nich handelt, könnte alles zuspät sein. Es ist ein Reheschub!
Viele Pferde bzw. Kleinpferde und Pony können an Hufrehe leiden, wie z.b Haflinger, Fjords Shetty, alle die zu Übergewicht neigen.

Der Tierarzt muß her!
Hufrehe auch Hufverschlag genannt, ist eine Entzündung der Huflederhaut, die meist die Vorderhufe befällt.
Bei einem akuten Anfall steigen Puls und Atemzahl erheblich, die Temperatur ist nur leicht erhöht. Das Pferd will sich einfach nicht mehr bewegen. Der Huf ist Klopf empfindlich und bis zur Krone vermehrt warm, der Pulsschlag in den Zehen ist als Klopfen deutlich spürbar.
Das Pferd liegt oft auf der flachen Seite und steht nur mit Mühe auf. Bleibt die Entzündung länger bestehen löst sich die Lederhaut vom Horn ab und das Hufbein senkt sich. Die sohle wird flach oder wölbt sich und berührt den Boden. Dadurch entstehen die sogenannten Rillen im Huf und letzt endes den Knollenhuf, die dann schon die Chronische Hufrehe anzeigt.
Also muß sofort der Tierarzt her. Es geht um Stunden, damit bleibende Schäden vermieden werden können. Kortison ist vor allem zu Beginn wirksam und kann direkt in die Zehen-Artherie gespritzt werden. Falls es ein Fütterungsfehler ist, füttert man ein leichtes Abführmittel in den ersten Tagen und dann nur abgelagertes Heu. Alles ander muß weg gelassen werden. Die Hufe bekommen einen speziellen Rehe Beschlag. Erst wenn der abgenommen wird, beginnt man vorsichtig mit dem Raspeln. Ich empfehle bei Hufrehe immer einen Hufschmied der Erfahrung mit Hufrehe Pferde hat. Denn der kann den ganzen Verlauf mit Spezialbeschläge und auch Ratschläge zur Seite stehen. Meist empfiehlt der Tierarzt einen.
Üblicherweise werden zusätzlich die Hufe gekühlt. Entweder man spritzt sie mit Wasser ab oder es gibt auch feuchte Lehmpackungen, die man laufend mit Wasser angießt.
Man kann wenn das Pferd es mit macht und einen Bach in der Nähe hat, das Pferd in einem Bach stellen, das Hilft auch.Man sollte das Pferd auf Späne oder Torfmull stellen, da dieses schön weich ist. Gefüttert wird nur sehr knapp, aber Wasser zum trinken muß reichlich vorhanden sein. Man sollte das Pferd natürlich nicht nur im Stall stellen, bewegung tut gut und es sollte mindestens 3 mal täglich geführt werden.
Geht es dem Pferd besser darf es ruhig jeden Tag eine Stunde auf eine abgegraste Wiese oder wenn vorhanden auf einem Sandpaddock/Auslauf gestellt werden.
Sind Schäden am Huf entstanden, bekommt es einen Orthopädischen Beschlag, der vom Tierarzt geraten wird. Sie müssen alle 4 Wochen erneuert werden.
Was kann ich zu Vorbeugung tun?
Überfütterung vermeiden, Heu und Hafer nach der Ernte mindestens 10 Wochen lagern, kein Roggen geben, Eiweißreiche Kleewiesen nur Stundenweise und auf fetten Weiden niemals unbeschränkt Grasen lassen. Nach längeren Ritten auf hartem Boden, immer Beine und Hufe kühlen. Allergien vor Futtermittel beachten.

Für solche Pferde gibt es in der Regel im Handel spezielle Futtersorten, die auf den Lebensumständen angepaßt sind. Man achte auf die Spezialrassen Futtermittel, Robustpferde Futtermittel und für Weidepferde, auch gibt es Allergiker Futter. Eines der Besten wo ich Persönlich gute Erfahrung mit gemacht habe, ist von ST. Hippolyt- HestaMix Light Energie. Das ist ein Müsli. Natürlich hat Masterhorse, Höveler, Derby auch sehr gute Auswahl, so das man die Qual der Wahl hat. Man sollte nur darauf achten, das es das Richtige Futter ist und das man nicht zuviel pro Mahlzeit füttert. Also immer schön die Richtangaben befolgen..

Kommentare

Re: Hufrehe

ERGÄNZUNG aus PRC Sicht:

Hufrehe bezeichnet eine nicht eitrige Form der Huflederhautentzündung. Die Huflederhautentzündung findet lokal am Huf statt und betrifft nicht den Gesamtorganismus vom Pferd.
Die Hufrehe hingegen zeichnet sich makroskopisch ebenfalls am Huf ab, betrifft jedoch den gesamten Organismus des Pferdes.
Sichtbares Zeichen der Hufrehe sowie auch der Huflederhautentzündung sind Schmerzen am Huf.
Die Vorgeschichte des Pferdes gibt erste Hinweise darauf, ob es sich um eine Huflederhautentzündung oder Hufrehe handelt. Ein Blutbild kann eine Hilfe zur Diagnostik sein, jedoch ist auch eine Blutanalyse lediglich ein Anhaltspunkt, da auch bei der Hufrehe keine von der Norm abweichenden Werte festgestellt werden müssen.
Es können jedoch verschiedene Werte von der Norm abweichen, welche dann eindeutig auf eine Hufrehe schließen lassen. Wie gesagt, dies ist jedoch nicht die Regel und daher auch nur ein weitere Anhaltspunkt zur Abgrenzung Huflederhautentzündung oder Hufrehe. Eine Abgrenzung ist schwierig. Im Verlaufe der Huflederhautentzündung oder Hufrehe
(= nichteitrige Huflederhautentzündung) erhalten wir jedoch mehr als Anhaltspunkte für die Abgrenzung und Diagnose. Eine endgültige Diagnose und Abgrenzung ist - je nach Vorgeschichte - oftmals erst nach Monaten zu stellen.

Geht das Pferd klamm und fühlig ist zur Diagnose die Vorgeschichte, also Anamnese zu Rate zu ziehen, um eine Abgrenzung zu finden. In aller Regel gelingt dies; Unsicherheiten können jedoch bleiben und eine 100%ige Beurteilung zwischen Hufrehe und Huflederhautentzündung ist schwierig.

Ich empfehle, erst einmal von der schlimmeren Variante, also der Hufrehe, auszugehen, da die Therapie ähnlich, jedoch umfassender gestaltet wird und anhand einer vielleicht vorhandenen lebensbedrohlichen Erkrankung, nämlich der Hufrehe, eine umfassende Therapie die klügere Wahl ist.

Die Therapien der Huflederhautentzündung und Hufrehe unterscheiden sich, was die Veterinärmedizin betrifft, kaum. Bei der Hufrehe wird veterinärmedizinisch jedoch auch die lokale Situation der Hufe eher einbezogen, als bei einer - normalen - Huflederhautentzündung.

Die Fütterung sollte vorsichtshalber der eines an Hufrehe erkrankten Pferdes entsprechen. Sofern sich im Verlaufe der Erkrankung herausstellt, dass es sich lediglich um eine normale Huflederhautentzündung handelt, schadet es auch in diesem Falle nicht, das betroffene Pferd auf Diät zu setzen, da es sich aufgrund der Schmerzen weniger bewegen wird.

Eine homöopathische Therapie-z.B. eine Haaranalyse, etc.,  wird ursachenbezogen ausgerichtet.
Hier würden bei Hufrehe andere Mittel in die Therapie mit einbezogen, als bei einer Huflederhautentzündung. Je nach dem Bild, was sich aufgrund der Haaranalyse zeigt, wird eine homöopathische Therapie der Ursache und dem Erkrankungsbild entsprechend ermessen und bleibt somit immer dem Einzelfall vorbehalten. Kämen bei einer Huflederhautentzündung entzündungslindernde Mittel in die engere Auswahl, so würden bei Hufrehe die Ursachen, beispielsweise hormonelle, fütterungsbedingte oder Vergiftungen in die Therapie und Mittelwahl mit einbezogen.

Bei der Wahl von Futter- und Ergänzungsfuttermitteln wären gleiche Maßstabe bei Huflederhautentzündung und Hufrehe zu setzen, da in beiden Fällen, welche wie der obige Text bereits aussagt, sehr miteinander verbunden sind, Diät, Ausleitung, Entzündungshemmung, Blutverdünnung, Durchblutungsförderung und lokale unterstützende Maßnahmen hilfreich sind.

Eine Huflederhautentzündung, bedingt durch lokale Ursachen, wie zu kurzes Hufhorn, Vernagelung, fehlender Hufschutz empfindlicher Hufe, übermäßiger Bewegung auf hartem Boden und fehlerhafter Hufbearbeitung sowie Hufbeschlägen benötigt ähnliche Bedingungen zur Ausheilung wie die klassische Hufrehe.

Der wesentliche Unterschied besteht in der Schwere der Erkrankung, in dem Umstand, dass bei einer Hufrehe sämtliche Organe und Organsysteme betroffen sind, im Verlaufe der Erkrankung sowie in den Folgeschäden der Hufrehe Erkrankung.

Da die Abgrenzung schwierig ist, sollte vorsichtshalber von einer Hufrehe ausgegangen werden, um diese schwerwiegende Erkrankung, welche ein schnelles Handeln erfordert, nicht unnötig zu verschleppen und wertvolle Zeit vergehen zu lassen. Denn wie gesagt: Die Therapie, die bei einer Hufrehe angewandt wird, schadet auch nicht, wenn es sich - nur - um eine - normale - Huflederhautentzündung handelt.

Hufrehe ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die ein sofortiges und effektives Handeln des Pferdehalters erfordert. Nicht selten wird der letzte Versuch so spät unternommen,  wenn das von Hufrehe betroffene Pferd bereits eingeschläfert wurde. Allein ein schnelles Handeln ist bei Hufrehe das Lebenselexier!