Kaltblüter - Die Sanften Dicken

Kaltblut

So bezeichnet man ein Pferd, das schwer gebaut ist. Der Kaltblüter hat meist eine stärker, geneigte, gespaltene Kruppe, einen kurzen kräftigen Hals mit viel Widerrist und ein starkes Fundament mit meist dichtem Behang.
Sie eignen sich vorwiegend für schwere Arbeiten, wie zum Holzrücken, ziehen eines Brauerei Wagen und nicht zu vergessen in der Landwirtschaft für den Ackerbau. Es sind bestimmte Pferderassen, die man als schwere Zugpferde bezeichnet.
Er ist eher leichtfuttrig.
Im 18. und bis mitte des 19. Jahrhundert hatte er sein Höhepunkt, da es damals noch nicht soviele motorisierte Maschinen gab, wie heute.
Der Ausdruck "Kaltblut" hat nichts mit der Körpertemperatur der Vierbeiner zu tun. Es ist vielmehr sein hohes Körpergewicht, was bei 500 KG anfängt, bis weit über 1 Tonne hinaus gehen kann und natürlich auch sein ruhiges Temperament, seine Gutmütigkeit, Kraft und Stärke, Gelassenheit und Spaß an der Arbeit zum Ausdruck bringt.
Im letzten Jahrhundert waren sie weit verbreitet als Arbeitspferde und in der Forst- und Landwirtschaft. Dort waren sie gerade wegen ihrer Gutmütigkeit und Leistungsbereitschaft sehr gefragt.
Allein wegen ihrem schweren Körperbau sind die Kaltis weniger zum "schnellen" Reiten geeignet, deshalb ist die heutige Zucht leider zurück gegangen, aber trotzdem finden sich immer wieder Züchter, die mehr den "schlankeren" Kaltblüter züchten, da diese nicht nur vor dem Wagen eine gute Figur machen, auch mittlerweile unter dem Sattel viele Freunde und Anhänger gefunden haben und da deutlich im Freizeitsport, im Gelände oder auch auf Wanderrritte anzutreffen sind.
Dennoch werden die "Dicken" heutzutage in der Forstwirtschaft eingesetzt. Man denke nur mal an das Sauerland, wo noch viel mit Holz gerückt wird oder in Bayern und Österreich.
Doch leider werden die "Dicken" immer wieder als stumpfsinnig, unsensibel und träge dargestellt, obwohl eher das Gegenteil für die meisten dieser Rasse zutrifft. Eher sind sie Sensible, hochempfindsame Pferdchen. Sie sind eine Lebensversicherung und eine Bereicherung des Menschen, wenn man bedenkt wie auch Sie, Vielseitig sein können!
Wenn ich daran denke das die Kaltis zwar nicht für den Sport geeignet sind, bieten sie aber dennoch einen super genialen Rücken, wo man bequem längere Ausritte machen kann und durch ihr ruhiges Temperament und Gemüt sind sie einfach nur unerschrocken, abgehärtet und abgeklärt. Denen bringt so schnell nichts aus der Ruhe.

Nur trotzdem gehören sie in erfahrene Hände, denn auch wenn sie die gutmütigsten unter allen Pferden sind, die Kraft die sie haben, dürfen und sollte nicht zu unterschätzen sein.
Auch wegen ihrer Gutmütigkeit trifft man den Kalti heute immer mehr als Familienpferd an.
Kaltblüter sind äußerst geduldige Vierbeiner, die sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen lassen, durch ihr ausgeglichenes Wesen, werden sie sehr gerne als Therapiepferd eingesetzt oder als Voltigierpferd. Des weiteren haben sie ein hohes Leistungsvermögen und lassen sich durch ihre Gutmütigkeit und Toleranz beeindrucken.
Selbst bei Mittelalterlichen Festen, wird man das ein oder andere Kaltblut entdecken, da sie dort wiederum ihre Stärken unter beweis stellen können.
Heutzutage finden sogennate Kaltblutrennen statt, wo sich die Pferdestärksten in einer Arena, wie bei einem Galopprennen gegeneinader in der Schnelligkeit messen.
Ich selber war schon oft auf solchen Events und bin begeistert. Es ist heftig wenn sie im fliegenden Jagdglopp an einem vorbei preschen. Die Erde ist am Beben und es wackelt einfach alles unter einem. Es ist ein tolles Spektakel dazu zuschauen.
Ich kann es jedem der die Kaltblüter liebt nur empfehlen, es mal mit zu erleben wenn der "Kampf der Giganten" los geht!

Im Ausland werden die meisten Kaltis leider immer noch wegen der Fleischproduktion gezüchtet und somit über Transporte in ganz Europa verschachert. Das ist eine erbärmliche Tierquälerei. Ohne Wasser und Futter auf lange Transporte gehen sie elendig ein. Der Tierschutz kann auch nicht immer überall sein, leider.
Aber es gibt mittlerweile schon Tierschutzorganisationen, die Abhilfe leisten und es versuchen zu verhindern.
In Deutschland ist die Rasse unter mehreren gut aufgeteilt, es gibt z.b.
das Rheinisch-Deutsche Kaltblut, Süddeutsche Kaltblut, den Schleswiger, Das Westfälische Kaltblut, um nur einige zu nennen.
In Österreich ist der Noriker sehr bekannt, in Frankreich der Percheron, in Belgien der Belgier und in England das Shire Horse, das größte unter den Kaltblütern.
Natürlich gibt es noch viele mehr, aber das sind die am meisten bekannt sind.