Autsch, das tat weh !!!

Reitclub Bremerhaven Ich werde dann mal auch künftig in loser Reihenfolge über mich, meine Fellnasen und meinen Verein und meine Vereinsarbeit berichten. Ich fange aber (da ich gerade Anjas haarsträubende Ausreitgeschichte mit ihrer recht dreisten Ex Bekanntin gelesen habe) mal mit meinem Unfallbericht vom letzten Jahr an. Sa. 18.April 2009. Nachdem ich morgens Sina, eines unserer Mädels, samt ihrem Pferd zu einem Turnier gebracht habe, beschloss ich zwischendurch zum Stall zurückzukehren um noch einige Dinge zu erledigen.Da kam Tina, Freudin und unsere Reitlehrerin und Alex, Ellas Besitzerin bei mir an und fragte mich ob ich Ella reiten wolle, es ging nur um leichte Arbeit und da ich sie schon mehrmals geritten habe und sie ein völliger Gegensatz zu Banjo ist (also nicht so träge) sagte ich zu. Man muß ja dazu lernen!  Nach einer Schritt und leichter Trabarbeit sollte auch schon wieder Schluß sein. aber da beschloß Madame noch einmal kräftig zu Buckeln warum ist mir bis heute nicht ganz klar. Normalerweise reagiere ich in solchen Situationen ziemlich gut, aber am diesen Tag war es wohl nicht so. Nach dem ersten Buckeln saß ich laut Augenzeugenbericht schon auf dem Hals und der Zweite Versuch katapultierte mich nach vorne. Irgendwie musste ich kerzengerade mit dem Kopf zuerst aufgeschlagen sein. Man kann ruhig sagen, das das mein Glück war und einen Genickbruch verhindert hat, sowie die Tatsache klugerweise einen Helm getragen zu haben. So wurde meine Wirbelsäule "nur " zusammengestaucht. Das aber so gewaltig das der 5. 6. und 7. Brustwirbelkörper zusammengeprallt sind und sich gegenseitig zertrümmert haben, wobei der 5. mit einem Kantenabriss noch am besten wegkam. Tja da lag ich dann, habe die ersten 30 sek. vor Schmerzen den ganzen Stall zusammengeschrien, das eines der Mädels mit den Händen an den Ohren fluchtartig die Halle verließ, wie sie mir später erzählte. Ohnehin frage ich mich wie das ging, wo ich doch gleichzeitig damit beschäftigt war wieder Luft zu holen, die mir beim Aufprall aus den Lungen gepresst wurde. Nachdem mich die Sanitäter mit viel Geduld und Vorsicht  in einer Vakuummatratze verpackt im Krankenhaus in der Innenstadt gebracht haben dauerte es mehrere Röntgenaufnahmen und ein CT bis zur Erkenntnis im falschen Krankenhaus gelandet zu sein, da das Zentralkrankenhaus besser darauf spezialisiert ist. Das hätte mir viel Fahrerei erspart, wenn sie mich gleich dorthin gefahren hätten, denn dieses Krankenhaus ist nur 3 Min. Fahrzeit vom Stall entfernt. Und nicht 20 Min. wie das erste. Dort konnte ich nochmal etliche Röntgenaufnahmen und ein CT über mich ergehen lassen und endlich nach 4 Std. konnte ich die Ruhe in einem Einzelzimmer auf der Intensivstation genießen und zwar bis Montag. Da war gleich morgens die OP angesetzt, und nach 5 Std. war auch diese überstanden. Die Bruchstücke wurden entfernt und teilweise durch Stücke von einer Rippe ersetzt und der Bereich vom 5. bis zum 8. BWK wurde mit zwei Metallplatten und 9 Schrauben fixiert und stabilisiert. Diese bleiben auch drinnen. Dummerweise hat sich der Doc mit einer Schraube verbohrt und zwar in den Spinalkanal hinein was anhand einer Röntgenaufnahme am Abend bemerkt wurde, und so musste ich am nächsten Morgen nocheinmal auf den Tisch. Diese OP hätte glatt gehen können aber meine Lunge wollte da nicht mitspielen. Da der rechte Lungenflügel für die OP außer Betrieb gesetzt wurde musste die Linke den Job alleine machen....das war aber wohl zu viel, also quittierte sie auch kurzerhand den Dienst, und es war 5 min action angesagt bis alles wieder lief. Das bescherte mir aber eine zusätzliche Thorax Drainage und somit eine weitere hässliche Narbe. Naja, nach dieser OP war ersteinmal langwieriges auf dem Rücken liegen angesagt, 3 1/2 Wochen ungefähr bis ich in die Reha Klinik nach Wilhelmshaven verlegt wurde. Die Zeit im Krankenhaus war aber trotzdem nicht so schlimm da ich ständig Besuch von unseren Stallmädels hatte, die haben sogar eine Liste gemacht wer wann kommt damit nicht zuviele auf einmal da sind und dann lange Zeit keiner:-) Selbst sehr junge Plegerinnen die ich erst seit kurzem kannte tauchten teilweise mit oder ohne Eltern auf und machten das alles sehr erträglich. Da wurden Fotos gesammelt und das ganze Bett vollgehängt vor allem der Galgen (zum aufrichten) war komplett vollgeklebt mit Fotos so konnte ich immer draufgucken. Und wie die Leute erst Augen gemacht haben wenn ich zum Röntgen geschoben wurde:-) Der Stationsarzt erzählte mir später, er hätte noch nie erlebt das jemand so viel Besuch bekommt, und fast alles Mädels:-D . Was braucht es eine bessere Bestätigung für die Bemühungen um die Jugendlichen des Vereins als diese Besuche !!! Die 3 1/2  Wochen Reha waren eher langweilig und ich war froh nach nun fast 2 Monaten endlich meine Freunde und Pferde wiedersehen zu können. Bis Mitte Januar hatte ich noch Schonzeit, aber nun nach fast einem Jahr muss ich arbeitsmäßig wieder voll ran. Mein Rücken quakt zwar zwischendurch aber da muss jetzt durch. Jtzt zu Ostern werde ich wenn das Wetter mitspielt wieder das erste mal Reiten. Auf Banjo, denn ihm kann ich voll vertrauen. Über den Papierkrieg und die Probleme mit der Versicherung werde ich euch ebenfalls noch ausführlich Berichten, und Tipps und Hinweise aus eigener Erfahrung geben für den Fall das euch (Gott bewahre) mal etwas zustoßen sollte...Ihr glaubt nicht was man alles beachten muss und Falsch machen kann. Lg. Olli

Kommentare

Das ist ja eine heftige Gschichte! Und so wie ich gelesen habe, wirst du trotzdem wieder reiten?! Hut ab für soviel Mut und Wegstecken!!