Populäre Irrtümer über Pferde
Mythos: Wenn Ihr euch auf einen Kampf mit Eurem Pferd einlasst (weil es z.B. nicht über eine Brücke oder ins Wasser gehen will), dürft Ihr auf keinen Fall nachgeben, weil sonst das Pferd "gewonnen" hat.
Pferde führen nicht Buch und sind nicht nachtragend. Wenn Ihr zu müde, ungeduldig, wütend oder um Eure Sicherheit besorgt seit, wenn Ihr mit dem Pferd arbeitet, dann hört auf. Unter diesem Mythos fällt auch die folgende Maxime: "Steigt nie vom Pferd, oder Ihr habt verloren." Damit ein Pferd seine Scheu vor Wasser verliert, genügt es oft, dass der Reiter absteigt und ihm voraus durchs Wasser geht.
(Später gibt es noch eine Fallgeschichte von einer erfolgreichen Distanzreiterin)
Mythos: Wenn Euer Pferd aggressiv ist, ausschlägt oder beißt, müsst Ihr es dem Pferd richtig "geben".
Pferde beißen oder schlagen, weil sie mit "Flüstern" nicht zu uns durchgedrungen sind. Sie sind lauter, damit wir sie hören. Wenn Ihr lernt, auf das Flüstern zu hören, braucht Euer Pferd niemals zu schreien.
Mythos: Pferde lernen nur durch Wiederholung.
Wenn ein Pferd eine "schlechte" Angewohnheit aufs erste Mal lernen kann,warum dann nicht auch eine "gute"? Dr. Moshe Feldenkrais hat schon vor 40 Jahren die Theorie aufgestellt, dass das menschliche Nervensystem in einer einzigen Sitzung neues Lernen kann, wenn sanfte, ungewohnte Bewegungen damit verbunden sind. Ein gewisses Maß an Wiederholung in verschiedenen Variationen ist nützlich, um die neuronalen Pfade für das Lernen festzulegen, aber ich glaube nicht, dass man etwas hunderte von Malen wiederholen sollte. Geistlose Wiederholungen führen m. E. zu Langeweile und Widersetzlichkeit und können ein Pferd so sehr unter Stress setzen, das es krank oder lahm wird.
Mythos: Pfere nutzen Euch aus, wenn Ihr es lasst.
Pferde reagieren einfach auf unsere Anforderungen, Hinweise und visuellen Bilder. Sie spiegeln genau das wieder, was wir ihnen vorgeben. Wie wir es in den Wald hinein rufen, so schallt es heraus!
Mythos: Verhaltensstörungen sind irreparable Charakterfehler.
Meiner Erfahrung nach wird problematisches Verhalten bei Pferden oft missverstanden und falsch interpretiert. Das Pferd ist dann ein für alle Mal abgestempelt. Sieht man näher hin, lassen sich viele Verhaltensstörungen jedoch auf einen oder mehrere Faktoren zurückführen, z.B. auf Angst, Schmerz, anatomische Gegebenheiten, Rasse und Haltung.
Mythos: Ein Beißer bleibt immer ein Beißer.
Ihr könnt diese Angewohnheit wie auch viele andere Untugenden - beispielsweise das Schnappen in die Luft, wenn der Gurt angezogen wird - ändern, geht mit der neuen Einstellung an die Angelegenheit heran, dass das Pferd Euch zu verstehen geben möchte, dass ihm der Vorgang unangenehm ist. Vielleicht ist es die einzige Art, Eure Aufmerksamkeit zu erregen. Fangt damit anders an, damit es keinen Grund mehr hat zu schnappen.
Mehr INFOS und Tipps demnächst unter: www.pferdeleistungszentrum.de.vu
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