Stalluntugenden Koppen und Weben
Koppen
Bei Koppen gibt zwei Arten, einmal den Luftkopper und den Krippensetzer.
Sie gehören zu den Stalluntugenden und treten auf durch Langeweile, ständiges im Stall stehen, Bewegungsmangel, Isolierung. Egal im welchen Alter sich das Pferd befindet, es kann immer auftreten.
Beim Koppen wird Luft ins Maul eingezogen, dann durch die Speiseröhre hinunter in den Magen gepreßt.
Die Schneidezähne werden auf den Krippenrand, Boxentürrahmen aufgesetzt. Das nennt man Krippensetzen!
Es wölbt den Hals sobald die Luft im Maul ist und schluckt die Luft dann hinunter.
Dann gibt es wiederum den Luftkopper, der beim Fressen Luft zieht.
Es entstehen Magenstörungen und Verdauungsprobleme, das Pferd verliert an Kondition und es bsteht die Gefahr das es/er eine Windkolik bekommen kann.
Selbst die Zähne werden unnatürlich abgenutzt. Man sollte das Pferd im Stall beobachten.
Es lohnt sich immer einer Behandlung, auch wenn sie nicht immer erfolgreich verläuft.
Man sollte im Stall alles entfernen, wo er aufsetzen kann, dann ist es wichtig das Pferd regelmäßig zu arbeiten, so das es keine Langeweile bekommt. Eine möglichkeit ist, das man die Ränder mit Motorenöl einschmiert, denn das riecht nicht so gut und dann gehen sie auch da nicht mehr dran. Viel besser ist natürlich einen elektrischen Weidedraht über die Oberteile zu spannen, so das es das aufsetzen verhindert.
Es gibt dann noch die Möglichkeit einen Kopperriemen, den man in jedem Fachgeschäft bekommt, anzulegen.
Der wird hinter den Ohren um den Hals angepaßt.
Man sollte sich aber darüber im klaren sein, das sich ein Behandlungserfolg nur langsam zeigen wird, es kommt auch drauf an wie lange das Pferd schon am Koppen ist.
Es konnten sogar schon einige Chronische Fälle geheilt werden.
Mittlerweile kann man ein Pferd auch wegen Koppen Operieren lassen. Es werden dann zwei bleibende Löcher jeweils rechts und links des Pferdemauls gemacht, sogenannte Fistel. Sie beeinträchtigen aber nicht das Aussehen des Pferdes, da die Fisteln sehr klein sind. Man kann sie nur aus nächster Nähe sehen. Sie Bilden ein Vakuum, so das das Schlucken von Luft verhindert wird. Die OP verläuft in Vollnarkose, ist jedoch unkompliziert.
Kleiner nachteil ist, das die Pferde anfangs schwierigkeiten mit Wasser trinken haben, es sich aber schnell legt.
Bisher ist kein ehemaliger Kopper durch diese OP Rückfällig geworden.
Natürlich gibt es auch noch andere Varianten der OP`s. Wie durchtrennen von Muskeln oder den Nervenschnitt.
Wenn eine OP durchgeführt werden soll, möglichst am anfang der Untugend, also bitte nicht zu spät und warten. Denn es wird nicht besser, sondern kann schlimme Folgen haben.
Koppen oder auch Krippen setzen, gehören zu den Hauptmängel beim Pferdekauf/verkauf. Innerhalb von 14 Tagen nach Kauf des Pferdes, bei Fristgerechter Benachrichtigung, muß der Verkäufer ein solches Pferd zurück nehmen.
Man sollte aber trotzdem, vor dem Kauf immer eine Ankaufsuntersuch durch führen, damit solche Gewährsmängel nicht im nach hinein auffallen. Bei einer späteren Beanstandung, muß ein Ärtztliches Attest vorgelegt werden.
Mein damaliger Kopper, ein Fjord, hatte mit einem Kopperriemen und Futterumstellung, nach einem 3/4 Jahr aufgehört zu Koppen. Wir gaben ihn eingeweichte Zuckerschnitzel und Kleie pro Mahlzeit. Er war vorher Luftkopper.
Weben
Ein Weber bewegt den Körper von einem Vorderbein auf das andere und das macht er über eine längere Zeit.
Weben gehört mit zu den Stalluntungenden und entsteht auch durch langes stehen im Stall, Langeweile, Bewegungsmangel.
Meistens tritt das Weben in Boxen auf, wo sich eine hrizontale Tür befindet, welche sich zu einen Hof öffnen läßt.
Das Pferd steht immer an der Tür, hinaus schauen und hin und her Schaukeln.
Das Pferd ermüdet häufig durch das Weben und kann nicht mehr voll beansprucht werden.
Viel Arbeiten mit dem Pferd, umstellen, wenn möglich Offenstallhaltung. Denn da verliert sich dieses krampfartige hin und her treten. Natürlich darf es auch stundelang auf die Weide oder auf den Paddock. selbst das hält ihn davon ab.
Also so oft wie möglich das Pferd beschäftigen, kontakt mit anderen Pferden ermöglichen und nicht Isolieren.
Weben ist kein Gesetzlicher Hauptmangel, beim Kauf eines Pferdes. Hier muß der Verkäufer das Pferd nur zurück nehmen, wenn es mit volle Garantie gekauft wurde.
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