Teil III: Ursachen für unerwünschtes Verhalten und negative Einstellung
Heute: Schmerz und Empfindlichkeit
Ich bin davon überzeugt, dass Schmerz in irgendeinem Körperbereich, vom Rücken bis hinunter zu den Hufen, mehr als alles andere als Ursache von Verhaltensstörungen übersehen oder falsch gedeutet worden ist. Als ich in meiner Ausbildung zum PRTTEAM, PRTTOUCH erstmals damit konfrontiert wurde, dass Widersetzlichkeit oder Fehlverhalten oft primär von Schmerzen verursacht werden, war die für mich ein nicht mehr unbeachtetes Konzept der Ausbildung.
Die Empfindlichkeit kann von einem ehemaligen Ereignis herrühren, das den Organismus aus dem Gleis bringt (akut), oder von ständiger Arbeit ohne ausreichende Ruhe- und Erholungspausen (chronisch).
Eine allgemein akzeptierte Methode, den Pferderücken auf empfindliche Stellen abzutasten, besteht darin, mit den Fingern oder einem Stift rechts und links von der Wirbelsäule entlangzufahren. Viele der so untersuchten Pferde zeigten keine Schmerzsymptome, obwohl sie Schmerzen hatten.
Mit einem speziellen Touch Druck und Vergleich zum "Normalen"-Druck, kann ich mich individuell auf jeden Pferdrücken einlassen. Man sollte allerdings viele Pferde abgetastet haben, bevor man wirklich beurteilen kann, ist das "normal". Ohne diese Erfahrung ist es schwer zu sagen, ob ein Pferd einfach nur empfindlich ist oder wirklich Schmerzen hat.
Schmerz kann überall im Körper sitzen, am häufigsten aber im Rücken, in den Hüftgelenken, im Gurtbereich, am Übergang vom Hals zu den Schultern, kurz hinter der höchsten Stelle des Genicks (Atlaswirbel), in den Beinen und Hufen einschließlich versteifter oder verspannter Muskulatur in der Kruppe, an den Hinterschenkeln oder am Unterarm. All dies kann die Freiheit der Bewegung beeinträchtigen, sodass der Reiter sein Pferd für faul, widersetzlich, unwillig oder unkooperativ hält. Schmerz und Steifheit können viele verschiedene Ursachen haben u.a. Überanstrengung oder Arbeit auf ungewohntem Boden oder unter ungewohnten Bedingungen, beispielsweise in tiefem Sand, auf felsigem Untergrund, auf unregelmäßigem Boden oder in hügeligem Gelände.
Weitere Gründe für Schmerzen - mit anschließendem "Sauerwerden" des Pferdes: zu viel Springen, zu viele Stunden unterm Sattel, Longieren auf zu kleinem Zirkel, Fahren oder Reiten ohne entsprechende Vorbereitung, übermäßige Versammlung und/oder zu viel Trab im Aussitzen ohne eine entsprechend gepolsterte Sattelunterlage oder entsprechendes Aufbautraining.
Jeder Reiter sollte darauf achten, ob Wärme, Schwellungen oder Empfindlichkeit (besonders an den Beinen oder Fesselgelenken) und schwindende Arbeitsfreude auftauchen.
Ein Pferd kann Schmerzen in beiden Schultern oder Vorderbeinen haben und trotzdem nur den Anschein erwecken, nicht ganz "klar" zu gehen, weil es "kurz" oder steif geht oder Unwillen äußert. Oft wird dies der Einstellung des Pferdes zur Arbeit zugeschrieben oder it einem "Das gibt sich, wenn er erst warm ist" abgetan.
Jeder Reiter sollte auf angelaufene oder warme Beine und Fesselgelenke, auf stumpfes Fell und Lustlosigkeit achten. Das sind immer die ersten Warnsignale.
Weitere Informationen unter:
www.pferdeleistungszentrum.de.vu
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