Traber von der Rennbahn Teil II

Aus dem Tagebuch eines Trabers!

Darf ich vorstellen:
Mein Name ist Danito. Ich bin 2001 in Münster geboren und bin amerikanischer Abstammung, quasi ein Standardbred. Mein Vater heißt King Pine und meine Mutter Danita. Mein Fell ist im Sommer Dunkelbraun und im Winter bin ich Schwarz wie die Nacht. Ich glaube ich bin so um die 170 cm groß.
Ich bin von 2005 bis Januar 2009 Trabrennen gelaufen und war eigentlich am Anfang recht erfolgreich. Ich bin insagesamt 72 mal gestartet, hatte 13 Siege und über 34 Platzierungen.

Zum ende meiner Rennbahn Karriere wollte ich einfach nicht mehr. Der Streß wurde mir zuviel und ich gab somit die Leistung die ich vorher brachte nicht mehr her. Ich ließ mich nicht mehr Zäumen und wir kamen sogar beim letzten Rennen zu spät zum Start und ich schüttelte meinen Fahrer vom sulky und lief mit dem Sulky davon. Mein Trainer verkaufte mich an einem anderen Trainer. Er versuche mich nochmal zu trainieren, aber selbst er merkte, das ich nicht mehr wollte. Somit wurde ich an einen Händler verkauft. Ich sollte auf einen Ponyhof als Wanderreitpferd verkauft werden.
Im letzten moment kam jemand, ich sah sie, sie sah mich und es war um uns geschehen. Wir harmonierten gut zusammen. Es passte und sie rettete mich vor dem Ponyhof.
Erstmal blieb ich noch in dem stall auf der Rennbahn stehen, da sie für mich noch keinen anderen Platz hatte.
Sie fing an mich zu longieren, genau neben der Führanlage, weil da der Longierplatz ist. Ich fand es nicht so toll und jedesmal wenn ich richtung Führanlage maschierte, schlug ich richtung Führanlage aus. Ich mochte die einfach nicht!
Ein sattel kam auf meinem Rücken. Mir machte das überhaupt nichts aus, im Gegenteil, er war sehr leicht und ich merkte ihn kaum. Bis auf die Steigbügelriemen, die an mir rum klapperten, was für mich erst unangenehm war, ich mich aber schnell dran gewöhnte.
Ich wurde 4 tage lang immer wieder longiert und sie ging mit mir quer durch die Trainerställe, entlang der Trainingsbahn spazieren, das war sehr interessant, aber ich war ein wenig ängstlich. Warum? Das möchte ich euch gleich erzählen.
Am 5. Tag war meine neue Besitzerin besonders mutig. Nach dem Longieren, setzte siv sich auf mich drauf. Die ersten schritte die ich dann vorwärts ging, ging ich recht vorichtig und Kurzschrittig. Ich kam mir vor, als müßte ich einen schwerern sack tragen, denn soviel Gewicht kannte ich ja gar nicht!
Es war wackelig. Ich ging dann mit meiner Reiterin oben drauf richtung Reitplatz, der genau an der Triningsbahn lag. Ich wurde nervös, aber fühlte mich trotzdem in guten Händen, denn die ruhige Stimme über mir gab mir Mut. Ich ging dann auf den Reitplatz. Oh Sand unternden Füßen, hier läßt es sich doch gleich besser laufen. Ich wurde im schritt schneller, denn ich fühlte mich auf dem Reitplatz sicherer. Ich wollte los traben, aber meine Reiterin hielt mich im Schritt zurück. sie beruhigte mich immer wieder mit ihrer ruhigen Stimme. Sie war so sanft!
Nachdem meine Reiterin ein paar mal mit mir auf dem Reitplatz war, ging sie einfach die Trainignsbahn entlang richtung Rennbahn. Ich wurde immer Nervöser und ich fing heftig an zu schnaufen, stampfte mit den Vorderbeinen und als wir dann direkt neben der Rennbahn waren, stieg ich und kehrte auf den Hinterbeinen in richtung Stall. Ich wurde ganz schön kurz gehalten, denn ich hatte vor in dem moment weg zu Rennen!
So eine Panik! Nein ich wil nicht mehr in die Arena, ich will nicht mehr laufen, lass mich, ich will hier weg!!  Wieher, Schnaufen, stampfen alles auf einmal und in dem moment, merkte sofort meine Reiterin was los war und kehrte mit mir um. Sie beruhigte mich sofort mit ihrer tollen Stimme und ich konnte wieder entspannt am langen Zügel gehen, als ich merkte es geht wieder zum Stall zurück!
Am nächsten Tag wurde ich auf einmal von meiner Reiterin aus dem Stall geholt, auf einen Anhänger geladen und wir fuhren irgendwo hin. Ich habe mir in dem moment nur gedacht, oh Anhänger, das könnte was gutes sein, vor allem wenn meine Reiterin dabei ist, dann geh ich mal schnell auf den Anhänger. Und so ging ich schneller drauf wie sonst, denn ich spürte, jetzt wird alles anders! Meine Reiterin staunte nur als ich so schnell im Anhänger war!
Es ging los. Nach einiger Zeit, hielten wir an und die Klappe vom Anhänger ging auf.
Vorsichtig ging ich Rückwärts vom Anhänger. Irgend wer, wieherte mich an. Ich drehte mich um. Soviele große, kleine artgenossen auf einem Haufen. Ich war erstaunt und erstmal neugierig, wo ich gelandet bin und untersuchte erstmal die Gerüche.
Meine Reiterin packte mich erstmal in eine Box, die sehr hell war und mit frischem Stroh belegt war. Ich konnte alle anderen Artgenossen beobachten, da die Ställe recht durchsichtig neben einander gereiht waren und selbst die gegenüber liegenden.
Ich fühlte mich gleich wohl. Ich fing an das frische Heu zu knabbern was in meiner Box lag.
Nach etwas Zeit, nahm mich meine Reiterin und zog mich nach draußen auf einem Sandauslauf. Ich tobte mich erstmal richtig aus und präsentierte den anderen Artgenossen meine unterschiedlichsten Gänge. Stolz Trabte ich über den Sandauslauf. Ich nahm ein Sandbad, sprang auf und machte Luftsprünge und guckte mit erhobenen Kopf durch die Gegend. Als ich alles gesehen hatte, zupfte ich die Grasbüschel, die vereinzeln aus der Erde rakten. Hier fühl ich mich wohl, hoffentlich bleib ich hier! Ich fing an mit meiner Lieblingsbeschäftigung. Denn wenn es mir gut geht und meine Reiterin in der Nähe war oder wer anders, dann fing ich gern an mit der Unterlippe zu klappern. Das mache ich gern, wenn mir langweilig ist oder wenn es mir gut geht und ich mich wohl fühle. Gern fang ich dann auch an zu schmatzen und schnalzen und mache den Kopf immer schräg dabei und schüttele meinen Kopf hin und her. Das mag für viele ulkig aussehen, aber ich tat es spielerisch. Auch beim reiten machte ich immer solche faxen und meine Reiterin hatte immer gelacht wenn ich damit anfing. Sie hat mir gut getan und ich war relaxt und zufrieden.
Schnell merkte meine Reiterin, das es mir hier viel besser geht, als auf der Rennbahn, denn ich war wie ausgewechselt. Keine Spur mehr von Nervösität und ich war total Relax!
Und somit genoss meine Reiterin die ausritte mit mir. Sie ging mit mir sehr oft auf Straßen, über Sandige Wege, am Wasser entlang und über hügeliges Gelände und das machte mir besonders viel spaß. Und zuhause, auf dem Sandplatz war meine Reiterin auch viel mit mir. Sie ritt mit mir über komische Stangen, trabte mal in meine Gangart und ich war zufrieden. Ich werde meine Reiterin nie vergessen.